Die Zettelwand, die nicht jedes Mal neu entstehen muss
Im Lieferbüro flackert eine Unwetterwarnung. Vor mir hängt eine riesige Stadtkarte, voll mit abziehbaren Zetteln. Bei jedem Anruf kann ich alles abreißen und neu aus dem Aktenschrank bauen, oder ich lasse die Zettel hängen und ändere nur das, was sich wirklich bewegt.
Früher liefen viele große Rechenaufgaben wie der Aktenschrank. Bei jeder Runde wurde derselbe Berg an Infos wieder hervorgekramt, obwohl fast alles gleich blieb. Das tut besonders weh, wenn man immer wieder nachschärft oder viele schnelle Fragen stellt. Wie eine Karte, die bei jedem Fahrer-Update komplett neu geklebt wird.
Dann kam eine neue Idee: ein gemeinsam genutzter Stapel an Infos, verteilt auf viele Rechner, der im Arbeitsspeicher bleiben darf. Er heißt RDD, aber denk einfach an Kartenzonen aus Zetteln, die an der Wand bleiben. Gleicher Trick in beiden Welten: Dinge liegen bereit, damit man nicht jedes Mal bei null anfängt.
Zettel an der Wand machen nervös. Was, wenn ein Teil runterfliegt. Darum gibt es eine Herkunftsspur, eine Art Kochzettel, wie jedes Stück entstanden ist. Fällt eine Zone ab, baue ich nur diese Zone neu, nicht die ganze Stadt. Wenn es eng wird, fliegen ein paar Zonen kurz runter und kommen später wieder.
Zwei kleine Helfer glätten den Funkverkehr. Einmalige Rundbriefe sind wie ein Sperrlisten-Blatt, das jeder Fahrer bekommt, statt es jedes Mal vorzulesen. Ein Sammelzähler ist wie eine Strichliste, auf die alle nur Striche machen dürfen, während nur ich die Summe anschaue. Weniger Wiederholung, trotzdem bleibt es stimmig.
Die erste Runde kostet Zeit, wie das erste Aufhängen der Zettelwand. Danach gehen viele Änderungen schnell, weil das Wichtigste schon da ist. Und wenn eine Ecke kaputtgeht, wird nur das Fehlende neu gemacht und wieder angeheftet. Da merkt man den Unterschied zwischen ständig neu bauen und einfach weiterarbeiten.