Der Museumsführer, der kurz nachschlagen durfte
Im Museum hält der Guide eine alte Münze hoch. Jemand fragt: „Wer hat in dem Jahr das Land geführt?“ Der Guide stockt. Hinter ihm ist eine kleine Tür zum Lagerraum, mit Schubladen voller Karteikarten.
Viele Textmaschinen sind wie dieser Guide ohne Zugriff auf den Lagerraum. Sie reden flüssig, aber sie kramen nicht in echten Notizen. Wird eine Frage zu genau oder die Welt hat sich geändert, klingt die Antwort sicher, kann aber falsch sein.
Jetzt kommt’s: Man gibt der Textmaschine einen sichtbaren Spickzettelraum. Die Frage ist wie der Besucher. Die Schubladen sind viele kurze Lexikon-Abschnitte. Ein schneller Suchhelfer zieht passende Karten, und der Schreiber formuliert, während er draufschaut. Merksatz: Sie muss nicht so tun, als wüsste sie alles.
Der Trick ist, den Suchhelfer besser werden zu lassen, ohne dass jemand jede Schublade von Hand zeigt. Das System zieht ein paar Karten, schreibt eine Antwort und merkt sich, ob das gepasst hätte. Mit der Zeit lernt der Suchhelfer, welche Fragen welche Karten brauchen, während die Schubladen selbst gleich bleiben.
Es gibt zwei Arten, wie der Guide die Karten nutzt. Entweder er nimmt eine Karte und bleibt dabei, bis die Antwort fertig ist. Oder er wechselt beim Formulieren immer wieder die Karte, wie ein schnelles Hin-und-her-Schauen. Gleiche Idee, anderes Tempo.
Bei harten Fragerunden hält das besser durch als reines Auswendigreden: offene Fragen aus vielen Themen, kurze Erklärungen ohne vorgegebenen Text, Quizfragen bauen, prüfen ob eine Behauptung gestützt ist. Es trifft öfter den richtigen Fakt und erfindet seltener Details. Manchmal setzt es Hinweise aus mehreren Karten zusammen.
Im Museum kommt eine neue Kiste Karteikarten an, der Katalog ist aktualisiert. Der Lagerraum wird getauscht, und der Guide erzählt weiter, nur eben mit frischen Fakten. Und wenn jemand nachfragt, zeigt er, aus welcher Schublade das Detail kam.