Zwei Taschenuhren auf Reise, um große Uhren ehrlich zu vergleichen
Der Koffer mit Schaumstoff klickt auf. Zwei Reiseuhren liegen drin, wie empfindliche Instrumente. Nebenan tickt die große Uhr des Labors, die nie umzieht. Die Gäste stellen ihre Uhren daneben und lauschen auf winzige Taktfehler, wie Taschenuhren, die Bahnhofuhren prüfen.
Der Haken: Uhren weit auseinander fair zu vergleichen ist schwer. Man braucht sonst eine super stabile Verbindung, oder man muss genau wissen, wie stark die Schwerkraft an beiden Orten zieht. Schon ein anderer Stock kann den Takt minimal ändern.
Also machten Teams in Europa und Japan etwas sehr Handfestes. Sie flogen zwei besonders gute Reiseuhren, eine aus Japan und eine aus Deutschland, nach Großbritannien und später wieder nach Deutschland. An jedem Ort legten sie die Takte direkt übereinander und zählten, wie sie langsam auseinanderlaufen.
Die bange Frage war: Bleiben die Reiseuhren nach dem Flug noch dieselben? Ja. In Großbritannien und später in Deutschland zeigten sich die gleichen Beziehungen zwischen den Uhren. Wie bei einer Taschenuhr, die überall gleich geht, kann man sie als Boten nutzen und nur den Orts-Effekt der Schwerkraft vor Ort ausgleichen.
Mit mehreren Uhren brauchten sie auch eine gemeinsame Note für Einigkeit. Sie nutzten dafür einen Wert namens EWRMSD. Wie bei mehreren Prüfern zählt jede Stimme nach Zuverlässigkeit, und wenn unabhängige Uhren übereinstimmen, wächst das Vertrauen. Manche Paare fanden schon nach wenigen Stunden sehr eng zusammen.
Dann kam der Teil, der wie Zauberei klingt, aber nur Ursache und Wirkung ist. Zeit wurde zum Maßband für Höhe. Aus dem Unterschied zwischen nebeneinander und getrennt konnten sie ableiten, wie sich die Schwerkraft zwischen Markierungen in Großbritannien und Deutschland unterscheidet, passend zu Karten und Satelliten, bis in den Bereich weniger Zentimeter.